Samstag, 24. Januar 2026

Weil der Januar...

... sich erfahrungsgemäß ein bisschen zieht, will ich ganz besonders auf meine Gemütsverfassung achten. Traditionell mache ich keine Vorsätze und miste meist auch nicht schwungvoll zu Jahresbeginn aus. Januar heißt Winterzeit und die bedeutet immernoch Ruhe und Rückzug. Mehr denn je beherzige ich das. Mache es mir gemütlich, wo es nur geht. Hülle mich in meine Wolldecke, trinke Kaffee oder Tee, erlaube mir Faulheit, blättere in Zeitschriften oder Bildbänden, genieße Kunst und Kultur, schaue einfach nur aus dem Fenster. 

Die politische Weltlage ist das absolute Gegenteil: der Januar ist erst drei Wochen alt und jeden Tag gibt es neue Nachrichten, wo ich teilweise zuerst checken muss, ob sie nicht von einem Satirekanal kommen. Täglich reden der Liebste und ich wieso, weshalb, warum, wohin das alles führen soll, wie wir darauf reagieren sollen und welche Vorsorge wir treffen. Achten auf das Familienleben und die Gemütsverfassung vs. informiert bleiben und die aktuelle Nachrichtenlage - oh diese Gleichzeitigkeit von Dingen!

So kam es also, dass ich am Montagabend für die Seelenhygiene besonders früh im Bett war und sogar durchgeschlafen habe. Ich habe mich selber dafür gelobt. Und dann... war mein Internet am nächsten Morgen voll von bunten Bildern. Polarlichter! Über Deutschland! Ich war gefühlt die Einzige, die sie verpasst hatte! Seit vielen Jahren träume ich davon, mal in den hohen Norden zu reisen, um Polarlichter zu sehen. Hmpf.

Am Dienstagabend war ich ein bisschen später dran und machte vor dem Schlafengehen um 22:30 Uhr ein schnelles Bild aus dem Fenster raus. Joar, sind bestimmt die Lichter des Wohngebietes da hinten. 

Nee, da ging es tatsächlich schon los, ich wusste es nur noch nicht. Ich lag dann im Bett und rollerte noch ein bisschen auf dem Handy umher. Da mehrten sich plötzlich die Nachrichten und Bilder von Polarlichtern. Ich stand nochmal auf hängte mich aus dem Fenster. Mittlerweile war es schon 23:30 Uhr, tatsächlich, da waren so bunte Nebel zu sehen. Das Handy machte daraus mit seinem guten Fotoauge schillernd bunte Bilder. Whoah! Glücklich ging ich schlafen. Viel zu spät natürlich und ziemlich durchgefroren. 


Am nächsten Morgen war ich beim Weckersummen um kurz nach 5 wieder so müde wie eh und je. Doch Sonnenschein und eisige Luft machten es ein bisschen besser. Am Hafen in Wismar hält sich die Eisdecke. 

Den ersten Kaffee draußen in der Sonne habe ich auch schon getrunken. 

Auch wenn es sehr kalt ist und es wahrscheinlich nochmal schneien soll, schauen schon die ersten Frühblüher aus dem Boden. Die Natur macht einfach immer weiter.


Anfang Januar haben wir abgeschmückt. Über Weihnachten und Silvester hatten wir viel Besuch. Es gab viel gutes Essen, viele Filmabende, Spiele, Lachen, Trubel. Dann kam der Baum raus und die Wohnung war plötzlich wieder leerer. Der Herrnhuter Stern hängt noch. Sein heimeliges Licht darf uns noch ein wenig erfreuen. 


Am Strand auf der Insel Poel waren wir auch. Ich mag, wie viel man auch oder ganz besonders im Winter entdecken kann. Die Strände sind schön leer. 






Nun habe ich wiedermal ein paar Tage lang an diesem Eintrag gesessen. Zwischendurch muckte das Blog-Programm. Ließ mich nicht mehr rein, erlaubte keine neuen Fotos usw. Ohne die Hilfe des Liebsten würde ich wahrscheinlich schon viele Jahre gar nicht mehr bloggen. Danke an alle, die hier trotzdem noch regelmäßig reinschauen. Anhand der Statistik sehe ich, dass es noch sehr viele sind. Danke und ein schönes Wochenende! 

Montag, 12. Januar 2026

12 von 12 im Januar 2026

An jedem 12. eines Monat findet das Fotoprojekt "12 von 12" statt. Ursprünglich gestartet wurde es von Chad Darnell, aber inzwischen nicht mehr fortgeführt. Man macht am 12. eines Monats Fotos vom Tagesablauf. Abends wählt man 12 Bilder aus und postet sie im Blog. So werden unterschiedliche Tage dokumentiert, mal sind sie bunt und aufregend, mal ganz unspektakulär und voller Alltagskram. Drüben bei Caro gibt es seit vielen Jahren eine Liste zum Eintragen für alle Teilnehmenden im deutschsprachigen Raum.

Um 5:15 Uhr summt mein Wecker. Ich gehe duschen, anziehen, den Liebsten wecken, Kaffee mahlen und kochen, den Adventsjungen wecken, drei Brotdosen vorbereiten... Den Tisch hat der Liebste noch gestern Abend nach dem Geschirrspüler räumen gedeckt, das ist super. 

Die Jüngste mag nicht so richtig aufstehen. Sie hat gestern Abend noch lange gelesen. Wir sind ein bisschen im Verzug. Als sie zur Schule geht, leuchtet tatsächlich schon ein farbiger Streifen am östlichen Himmel vor unseren Fenstern auf. 


Weil immernoch Eis- und Schnee liegt und besonders die Radwege nur unzureichend geräumt sind, fährt der Liebste mich heute mit dem Auto zur Arbeit. 

Ausblick aus dem Museum bei Sonnenaufgang über der Innenstadt. Links die große Werfthalle, mittig der Turm der Kirche St. Nikolai, hinterm Baum rechts der Turm der ehemaligen Marienkirche. 


Im Museum steht die jährliche Reinigungswoche an. Es ist deshalb ein paar Tage geschlossen. Das ganze Team packt mit an und bringt alles vom Keller bis ins Dachgeschoss auf Hochglanz. Alle Vitrinen werden ausgeräumt, ausgesaugt und abgewischt, alle Winkel werden abgestaubt.

In der Lufthalle steht schon die Arbeitsbühne bereit. Ein Mitarbeiter fährt damit in die Höhe und staubt die hängenden Exponate ab. 


Das Wasser im Wasserbecken wurde abgelassen und das Becken ordentlich gereinigt. Das passiert allerdings sowieso fast jede Woche. 


Ich poliere viele, viele Meter Glaswände. 


Den Heimweg muss ich mit dem Bus antreten. Dauert alles ein bisschen länger als mit dem Fahrrad. Zwischendurch steige ich in der Innenstadt aus. Auf dem Marktplatz liegt noch ein bisschen Schnee.



Ich brauche frisches Brot, eine Geburtstagskarte und einige Dinge aus dem Drogeriemarkt. 


Ostern ist schon wieder in Sicht:


Gesellschaft beim Warten auf den Bus. 


Bevor ich zu Hause ankomme, gehe ich noch schnell in den Supermarkt und hole etwas Gemüse und Sahne. Die Sahne schlage ich mit ein bisschen Zimt auf. Schmeckt sehr gut zum Marmorkuchen, den ich gestern gebacken habe. 


Der Liebste ist dann noch im Homeoffice. Die Kinder gehen zur Eisbahn oder treffen sich mit einem Freund. Ich bereite Müslibällchen zu. Die Menge aus dem Rezept verdopple ich. 50 Bällchen werden es. 

Dann sichte ich meine Fotos von heute, schreibe einen Caterer wegen meiner Geburtstagsfeier im Sommer an, reserviere ein Hotelzimmer und nehme meinen neuen Rucksack entgegen (Sehr gut! (Amazon-Partner-Link) der Vorgänger ist mit der Großen nach Münster gereist).

Abends sind alle Kinder wieder da, wir machen Abendbrot, die Küche wird aufgeräumt und die Kinder machen sich bettfertig. Ich schreibe diesen Eintrag fertig und schaue dabei die Tagesschau. Nachher werden der Liebste und ich den Tag bei Tee und Serie auf dem Sofa ausklingen lassen. 





Freitag, 9. Januar 2026

Schnee in Wismar

Diese Fotos will ich hier im Blog festhalten: Schnee und Kälte haben auch Wismar in den ersten Januartagen verzaubert. Als es neulich dazu noch Sonne gab, zog es mich an den Hafen. Eine dünne Eisschicht bedeckte das Wasser im Hafenbecken bei den Booten, auf denen es Fischbrötchen zu kaufen gibt. 







Heute war ein schlimmer Schneesturm gemeldet. Der Schnee kam nicht, der Sturm schon. Den sind wir an der Küste schon gewohnt. Durch den Wind war es zwar eisig, aber Wismar ist einfach immer schön! Die Stadt war ziemlich leer, wer konnte, machte es sich lieber drinnen gemütlich. 











Samstag, 3. Januar 2026

Jahresrückblick 2025

Seit 2009 schreibe ich im Blog meinen Jahresrückblick. Die Fragen tauchten damals irgendwo mal auf. Ein paar habe ich irgendwann weggelassen. Diese Tradition möchte ich nicht unterbrechen. Abseits der teils katastrophalen politischen Weltlage hatten wir privat ein gutes und spannendes Jahr 2025. Alle meine Rückblicke sind unter dem Label "Jahresrückblick" versammelt. 


Haare länger oder kürzer?

Da wird sich auf absehbare Zeit nichts mehr tun. Ich bleibe bei der Länge und den blonden Strähnchen. Die grauen Haare an den Schläfen sind ein bisschen mehr geworden, ich zupfe sie jetzt nicht mehr aus. 

Kurzsichtiger oder weitsichtiger? 

Die Lesebrille muss jetzt immer öfter ran. 

Mehr ausgegeben oder weniger?

Mehr. Da gab es u.a. schöne Reisen, einen Abi-Ball und den Umzug der Großen nach Münster. 


Der hirnrissigste Plan? 

Im Vorfeld gab es Stimmen, die von einer Operation an der Schulter abrieten. Ist aber alles sehr gut verlaufen. Der Leidensdruck war einfach zu groß. 

Die gefährlichste Unternehmung? 

Das ist immernoch die tägliche Fahrt mit dem Fahrrad auf den Straßen da draußen.

Das leckerste Essen?

Immer das in guter Gesellschaft. Ah, und das Abendessen nach meiner Operation an der Schulter! Also, das war jetzt nicht herausragend lecker, darum geht es gar nicht. Aber ich habe noch nie im Krankenhaus ein Essen bekommen, das mit so viel Hingabe zubereitet wurde. Da während der Operation bestimmte Nerven im Arm betäubt wurden, war mein gesamter Arm noch gelähmt und somit unbeweglich. So war ich sehr überrascht, dass mir ein komplett fertig zubereiteter Teller gebracht wurde. Mit kleingeschnittenem Tomaten und Gurkenscheiben!


Das beeindruckendste Buch? 

Ich habe leider viel zu wenige Bücher gelesen. Dafür habe ich mir wieder regelmäßig "Das Magazin" gekauft. 

Der ergreifendste Film? 

Da muss ich mal in meine Filmliste schauen, die ich fortlaufend ergänze. Die Kinosituation in Wismar ist leider schwierig, zu Hause ist der Filmgenuss leider doch nicht ganz derselbe. Hm, irgendwie ist kein Film so richtig hängengeblieben. Am ehesten war das "Like a complete Unknown" über das Leben von Bob Dylan. Serien waren viele gute dabei: z. B. Slow Horses, Severance, Silo, Diplomatische Beziehungen, Smoke, Stranger Things, Pluribus, Pörni... 

Die beste Musikentdeckung? 

In Wismar durfte ich bei den Apothekensessions wieder einige Musikentdeckungen machen. Ansonsten habe ich gerne Florence and the Machine gehört, Matt Berninger, Fuffifufzich, Grace Cummings, Still Corners, Perfume Genius... 

Das schönste Konzert? 

Das war auf alle Fälle Patti Smith in Berlin. 


Die meiste Zeit verbracht mit...? 

...meiner Familie. Mit den Mitgliedern meiner Kirchengemeinde. Im Sommer habe ich aber auch sehr viel gearbeitet. 

Die schönste Zeit verbracht mit…? 

Dem Liebsten in Aarhus. Meinem Großen in Luxemburg. Mit der Großen in Münster. Mit den Kindern am Strand. Mit neuen Freundinnen und Freunden in Wismar. 

Vorherrschendes Gefühl 2025? 

Wir haben es so gut!

2025 zum ersten Mal getan? 

Nach Aarhus gereist.
Nach Luxemburg und Metz gereist.
Mich einer Operation an der Schulter unterzogen.
In Dänemark endlich blühende Heide gesehen. 
Ribe besucht.
In Münster gewesen.


2025 (nach langer Zeit) wieder getan? 

Ein Abitur gefeiert. 
Ein Kind beim Auszug begleitet..
Eine sehr lange Blogpause gemacht.
Mit nur zwei Kindern im Sommerurlaub gewesen.
Die Hallig Hooge besucht.


3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen? 

Missgünstige Mitmenschen. Kriege. Krankheiten.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?

Du schaffst das!

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe? 

Da fallen mir eigentlich nur immaterielle Dinge ein. Das Schönste, was ich schenken kann ist eigentlich meine Zeit und meine Liebe.


Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat? 

Und auch hier sind es meistens immaterielle Dinge: Vertrauen, Ehrlichkeit, Zeit... Hört sich irgendwie abgedroschen oder kitschig an, aber ich finde, das ist es, was am Ende wirklich zählt. 

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat? 

"Ich hab dich lieb." und "Ihr seid die Liebe."

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe? 

Moment, ich frage mal nach: das schwankte gerade in der Familie von "Ich bin stolz auf dich!" über "Essen ist fertig!" und "Ich hab dich lieb." Schön :-)

2025 war mit 1 Wort…?

Aufbruch.